Friday, September 09, 2005

Pasta oder Pommes? Fisch oder Fleisch? Schicksalsfragen. Nein, ich plane keine neue Karriere, kein neues TV-Format für Schmalspurgourmets und auch keine Rezeptsammlung im Netz (wobei das eigentlich keine schlechte Idee ist ...).
Kochen ergibt sich meist aus der Notwendigkeit zu Essen. Manchmal jedoch ist es auch Mittel zum Zweck. Zutaten, Zubereitung und sogar Dekoration werden dann entsprechend sorgfältig überlegt und diesem Zweck untergeordnet.
Was aber, wenn Koch weder Zweck noch Absicht kennt? Er hört in sich hinein, sucht nach so etwas wie Lust, nach dem Funken Leidenschaft oder hält Ausschau nach möglichen Herausforderungen. Ist das der Zeitpunkt, sich endlich an dieses Menü zu wagen, dieses Menü, das Koch jüngst in seinen Bann zog, das ihm den Speichel aus den Lefzen trieb, ihn sogar dazu zwang, die Seite aus der Hausfrauenzeitschrift zu reißen, während er beim Friseur darauf wartete, endlich unters Messer zu kommen.
Aber nein, längst landete das, was eh für eine andere Zielgruppe bestimmt war, im Müll. Zu verschwommen scheinen mir nun diese kunstvollen Bilderwelten irgendeines talentierten Food-Fotografen. Und jetzt? Was also bleibt als Antrieb? Alles wieder auf den Ursprung reduzieren, minimale Aufwende zur Prämisse erheben und sich mit dem Alibi des Notwendigen, essen-um-satt-zu-werden, herausreden? Ja, so wird’s gemacht. Der perfekte Plan, zumindest für heute. Ich könnt’ schwören, gestern hier irgendwo noch eine Dose Ravioli gesehen zu haben...