Friday, September 02, 2005

Die letzten Tage und Nächte waren nicht gerade eine Wellnesskur. Selbst noch so verstohlene Blicke in den Badezimmerspiegel kommen nicht an Tatsachen vorbei: Das Muster des Duschvorhangs hinter mir ist zum Kotzen und ich lebe. Wie oft muss ich mir eigentlich noch sagen "Nie mehr!", bis dieser widerborstige Vorsatz endlich Früchte trägt? Und jede Wette, heute Abend wird es wieder passieren. Nur werde ich dann dieser Frage vermutlich etwas intensiver nachgehen, jedoch keinesfalls mit höherer Erfolgsquote. Der Malt wird mir keine Antwort geben und von der gut riechenden Lady neben mir an der Theke, - wir werden einander zu diesem Zeitpunkt noch nicht vorgestellt worden sein - kann ich wohl ebenso wenig verlangen, dass sie mir mal auf die Schnelle das Leben erklärt und den Kopf zurecht rückt. Wieso sollte sie auch?
Stattdessen könnte ich genauso gut den Fernseher einschalten und mich über grottenschlechte paarunddreißig Freitagsabendprogramme aufregen und das ohne Alkohol. Ich schweife ab. Zur Hölle mit diesen verdammten Kopfschmerzen. Wo war ich stehen geblieben? Tod, genau, aber falsch, denn verkatert, ergo sum. Und dabei gibt es jede Menge zu tun. Prio eins für heute: Yankee, meine Schildkröte. Er oder sie - Junge, Mädchen, wer kennt sich da schon so genau aus? - leidet seit ein paar Tagen an Depressionen. Es frisst nicht mehr und schweigt beharrlich. Und damit komme ich zum Punkt. Braucht Yankee mehr Aufmerksamkeit, (artgleiche) Gesellschaft, Ferien auf dem Land? Keine Ahnung, es spricht ja nicht. Wer weiß Rat?