Thursday, October 13, 2005

Was tun gegen Scheißlaune? Ich wache morgens auf, gerade mal niemand da, die mir den Kaffee macht und mir meine Wohlfühl-Tagesration verabreicht. Das Wetter ist auch nicht auf meiner Seite. Wieso auch? Schließlich ist Herbst. Okay, Plan B. Auf was könnte ich mich den heute freuen. Gibt’s ein Highlight? Ein ganz kleines könnte ja vielleicht schon ausreichen. Hat sich was. Aus den Notizen auf meinem chaotischen Schreibtisch kann ich auch keine verlockende Verabredung für heute entnehmen. Stattdessen Termine, vor denen ich mich lieber drückte. Jetzt heißt es, bloß nicht komplett absacken. Gegensteuern. Unverzüglich geeignete Maßnahmen einleiten und retten, was vom Tag noch zu retten bleibt. Das sollte nicht allzu schwer fallen, denn schließlich hat selbiger gerade erst begonnen und ich habe die drohende Gefahr rechtzeitig erkannt. Es gibt also Hoffnung. Nur, wo finde ich sie? Ich hab’s! In der Stadt. Da gibt’s nämlich fast alles. Gut sortierte Plattenläden, übergroße Schnitzel mit respektablen Sättigungsbeilagen, druckfrische Krimis, coole Sneakers, Kino und Konzerte. In einem dieser Dinge oder vielleicht in allen zusammen könnte mein Heil für heute liegen, könnte einmal mehr der Funke Hoffnung auf gute Laune glimmen. Mein Antidepressivum heißt bisweilen Konsum. Jetzt komm’ mir bloß nicht auf die Moralische. Ich kenne N I E M A N D, der oder die den ganz persönlichen Kampf gegen die eigenen Stimmungstiefs aufnimmt, ohne regelmäßig den Frustkaufjoker zu ziehen. Die „Kauf dich glücklich!“ - Masche hat bei mir noch immer gefruchtet, zumindest kurzfristig. Begegne ich dann auch noch anderen Übelgelaunten (davon gibt’s in der Stadt jede Menge), kann das eine mysteriöse, heilende Wirkung entfalten. Meist ist es die Verkäuferin, die noch scheißer drauf ist. Wer zuckt zuerst und kann sich ein mitleidig-verständnisvolles Lächeln nicht verkneifen? Klingt wie in einem Premium Kaffe TV-Spot, ich weiß. Aber so geht’s ganz oft und schon fühlt sich der verloren geglaubte Tag gleich irgendwie besser an. Arithmetik der Stimmungsmache und apropos Kaffee, vielleicht hat sie ja Lust, morgen welchen zu kochen ...

0 Comments:

Post a Comment

<< Home